Realitätsnahe Emissionsberechnung – Wie wird die Höhe der Emissionen eines Fuhrparks ermittelt?

PROJECT CLIMATE berechnet die Treibhausgas-Emissionen (THG), die bei der Nutzung von Fahrzeugen von Unternehmen innerhalb eines bestimmten Betrachtungszeitraums (in der Regel: 12 Monate) entstehen.

Erfasst werden die Emissionen, die bei der Verbrennung von Kraftstoffen im Motor eines Kraftfahrzeugs ausgestoßen werden und die bei der Bereitstellung des jeweiligen Kraftstoffes (Vorkette) entstehen (z.B. Förderung, Aufbereitung und Transport des Kraftstoffes). Neben CO2 werden auch die wichtigsten anderen Treibhausgase als CO2-Äquivalente – abhängig von ihrer Klimawirkung – berücksichtigt (z.B. CH4 und N2O). 

Der THG-Ausstoß eines Fahrzeugs wird anhand des jährlichen Kraftstoffverbrauchs über das Fuhrpark­managementsystem eines Unternehmens ermittelt. Unabhängig von der Fahrweise kann damit die Höhe der Emissionen am genauesten bestimmt werden. Ist nicht sichergestellt, dass der jährliche Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs genau ermittelt werden kann, wird die Höhe des THG-Ausstoßes anhand der in einem Jahr gefahrenen Kilometer und dem Emissionswert des jeweiligen Fahrzeugmodells berechnet.

    Berechnungsparameter

    1. Alternative: Berechnung anhand des jährlichen Kraftstoffverbrauchs

    Zur Berechnung der THG-Emissionen pro Liter Kraftstoff werden die Emissionsfaktoren des vom Öko-Instituts e.V. veröffentlichten Berichts “Globales Emissions-Modell Integrierter Systeme (GEMIS)” herangezogen. 

    Für die verschiedenen Kraftstofftypen ergeben sich daraus folgende Werte:

    Kraftstoff 
    (kg/Einheit)
    CO2
    (inkl. Vorkette)
    CH4
    (inkl. Vorkette)
    N2O
    (inkl. Vorkette)
    CO2-Äquivalent
    (gesamt)
    Diesel (je Liter) 2,876 0,0014 0,0003 2,997
    Benzin (je Liter) 2,850 0,0008 0,0001 2,901
    Erdgas (je m³) 2,253 0,0071 0,0000 2,437

     

    2. Alternative: Berechnung anhand der gefahrenen Kilometer

    Grundlage für die Berechnung des jährlichen Kraftstoffverbrauchs eines Fahrzeugs sind die Werte für den Kraftstoffverbrauch gemäß der Richtlinie 1999/94/EG, umgesetzt in der PKW-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung vom 28. Mai 2004. 

    Zur Berechnung der THG-Emissionen pro Liter Kraftstoff werden die Emissionsfaktoren des vom Öko-Instituts e.V. veröffentlichten Berichts “Globales Emissions-Modell Integrierter Systeme (GEMIS)” herangezogen (siehe oben). 

     

    Berechnung

    1. Alternative: Berechnung anhand des jährlichen Kraftstoffverbrauchs

    Die Höhe der jährlichen THG-Emissionen eines Fahrzeugs wird nach folgender Formel berechnet:

    K · E = MCO2

     

    K: jährlicher Kraftstoffverbrauch (Liter)
    E: Emissionsfaktor (CO2-Äquivalent in kg/Liter)
    MCO2: Masse jährlicher CO2-Ausstoß (kg)

     

    2. Alternative: Berechnung anhand der gefahrenen Kilometer

    Die Höhe der jährlichen THG-Emissionen eines Fahrzeugs wird nach folgender Formel berechnet:

    S  ·  v  ·  r1 = K

    K  ·  E  =  MCO2

     

    S: zu kompensierende Wegstrecke (km)
    v: spezifischer Verbrauch unter Normbedingungen (Liter/km)
    r1: Realverbrauchsfaktor = 1,15 (konservative Berechnung)
    K: jährlicher Kraftstoffverbrauch (Liter)
    E: Emissionsfaktor (CO2-Äquivalent in kg/Liter)
    MCO2: Masse jährlicher CO2-Ausstoß (kg)

     

    Unsicherheiten

    Der tatsächliche Kraftstoffverbrauch und damit auch der tatsächliche THG-Ausstoß hängen von der individuellen Fahrweise des jeweiligen Fahrers ab. Der spezifische Verbrauch unter Normbedingungen eines Fahrzeugs kann sowohl unterschritten als auch überschritten werden. Um dieser Unsicherheit Rechnung zu tragen und eine konservative Berechnung sicher zu stellen, wird der Durchschnittsverbrauch im Fall der Berechnung anhand der gefahrenen Kilometer mit einem Realverbrauchsfaktor von 1,15 multipliziert. Dieser Realverbrauchsfaktor kann auf 1,05 reduziert werden, wenn das Unternehmen für seine Angestellten ein Spritspartraining durchgeführt hat.  

 

 

Anspruchsvolle und nachvollziehbare Kompensation – Wie werden die Emissionen ausgeglichen?

Es werden 100 Prozent der berechneten jährlichen THG-Emissionen einer Fahrzeugflotte über den Kauf und die Löschung von Emissionszertifikaten ausgeglichen.

Unsere Klimapartner wählen, welche Art von Emissionszertifikaten sie für den Ausgleich ihrer Emissionen nutzen wollen. Zur Kompensation der Treibhausgas-Emissionen werden ausschließlich folgende Emissionszertifikate herangezogen:

  • GOLD STANDARD CER – Certified Emission Reductions (CERs) aus CDM-Projekten (Clean Development Mechanism des Kyoto-Protokolls), zusätzlich zertifiziert nach dem Gold Standard  

  • GOLD STANDARD VER – Verified Emission Reductions (VER) aus VCS-Projekten (Voluntary Carbon Standard), zusätzlich zertifiziert nach dem Gold Standard 

Zertifikate von Projekten aus den Bereichen CO2-Abtrennung und Speicherung, Nuklearenergie sowie Wasserkraft aus Anlagen, die mehr als 80 MW installierte Leistung haben, werden generell von PROJECT CLIMATE nicht für die Kompensation genutzt.

 

    Erwerb der Zertifikate

    Die Emissionszertifikate werden von PROJECT CLIMATE am Anfang des jeweiligen Betrachtungszeitraums für 100 Prozent des “voraussichtlichen CO2-Ausstoßes” der Fahrzeuge des Klimapartners gekauft und sofort stillgelegt. Der jeweilige Betrachtungszeitraum beginnt bei Vertragsschluss zwischen PROJECT CLIMATE und dem Klimapartner. Grundlage für den Kauf der Emissionszertifikate sind transparente Kaufverträge mit Projektentwicklern.

    Am Ende des jeweiligen Betrachtungszeitraums wird der “tatsächliche CO2-Ausstoß” berechnet und mit dem ursprünglich berechneten “voraussichtlichen CO2-Ausstoß” verglichen. War der “tatsächliche CO2-Ausstoß” in dem relevanten Betrachtungszeitraum höher als der ursprünglich berechnete “voraussichtliche CO2-Ausstoß”, werden weitere Emissionszertifikate in entsprechender Höhe gekauft und sofort gelöscht. War in dem jeweiligen Betrachtungszeitraum der “tatsächliche CO2-Ausstoß” niedriger als der berechnete “voraussichtliche CO2-Ausstoß”, werden die bereits gekauften und gelöschten Emissionszertifikate für die Kompensation der THG-Emissionen auf den darauf folgenden Betrachtungszeitraum angerechnet. 

     

    Stilllegung der Zertifikate

    PROJECT CLIMATE veranlasst die Stilllegung der gekauften Emissionszertifikate in der jeweiligen Registerdatenbank. Die CERs werden in dem dafür vorgesehenen staatlichen Register stillgelegt. GS VERs werden in dem Register der Gold Standard Foundation stillgelegt. 

 

 

Wird das extern überprüft?

Die unabhängige Prüforganisation DEKRA Assurance Services GmbH auditiert und bestätigt (bei erfolgreichem Audit) die korrekte Durchführung der CO2-Berechnung sowie den Kauf und die Löschung der CO2-Zertifikate für den CO2-Ausgleich.

Auch die Klimaschutzprojekte selbst werden durch externe Organisationen regelmäßig überprüft. Nur bei einer erfolgreichen externen Überprüfung dürfen die UN oder der Gold Standard dem jeweiligen projektbetreiber die CO2-Zertifikate ausstellen. Im Falle des UN-Mechanismus CDM haftet die durchführende Prüforganisation für die Korrektheit der Prüfungsergebnisse.