Was verursacht den Klimawandel?

Um unser steigendes Bedürfnis an Strom, Wärme und Mobilität zu erfüllen, setzen wir seit Beginn der Industrialisierung in großem Umfang auf das Verbrennen von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl. Dadurch setzen wir Menschen eine große Menge an Treibhausgasen – wie Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) –  frei. Bedingt durch die anthropogenen Emissionen ist die CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit dem Jahr 1750 bis zur Gegenwart um über 30 Prozent gestiegen. 

Das Ansteigen der Konzentration der Treibhausgase in der Luft führt zu einem Anstieg der Temperatur. Ähnlich wie das Glas eines Treibhauses, das die Wärme im Inneren festhält, wird die von der Erdoberfläche kommende Wärmestrahlung durch die Treibhausgase in der Atmosphäre zurückgehalten. Die Folge: Es wird immer wärmer. 

Treibhausgase sind seit Millionen von Jahren Bestandteil unserer Atmosphäre. Ohne einen “natürlichen Treibhauseffekt” wäre es auf der Erde so kalt, dass kein Leben existieren könnte. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Konzentration an Treibhausgasen durch menschliches Handeln aber jährlich gestiegen und das langfristig bestehende natürliche Gleichgewicht wird durch diese Einwirkung durcheinander gebracht (“anthropogener Treibhauseffekt”).  

Das Problem wird noch verstärkt: Wir stoßen nicht nur immer mehr Treibhausgase aus, sondern zerstören auch immer mehr Wälder, die Treibhausgase binden und abbauen können. Aufgrund der Klimaerwärmung schmelzen Permafrostböden und Gletscher, die vorher eine große Menge an Treibhausgasen gebunden haben, und setzen diese nun frei – der Treibhauseffekt verstärkt sich selbst. 

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Wie macht sich der Klimawandel bemerkbar?

Einen natürlichen Wandel des Klimas hat es immer gegeben. Allerdings wird dieser natürliche Klimawandel durch den menschlichen Einfluss extrem verstärkt. Bereits heute ist es aufgrund des von Menschen gemachten Klimawandels zu einer Zunahme von extremen Wetterereignissen gekommen. Dieser gefährliche Trend mit andauernden Hitzewellen, Starkniederschlägen und steigenden Meeresspiegeln wird speziell in einigen Regionen der Welt noch zunehmen. Der Verlust von Menschenleben und enorme wirtschaftliche Schäden durch extreme Wetter- und Klimaereignisse sind die Folge. Zudem wird damit gerechnet, dass – bedingt durch die Klimaerwärmung – der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 um mehr als einen Meter ansteigen wird, was die Überflutung ganzer Inselstaaten und vieler Küstenregionen zur Folge haben wird. 

Wenn sich die Erdatmosphäre um mehr als zwei Grad Celsius erwärmt, sind nach Berechnung der Wissenschaftler die Folgen für unsere Welt kaum mehr in den Griff zu bekommen. Bei einer weiteren ungebremsten Entwicklung der globalen Treibhausgas-Emissionen gehen aktuelle Schätzungen des IPCC (“Intergovernmental Panel on Climate Change”) von einem Anstieg der globalen Mitteltemperatur an der Erdoberfläche von bis zu 6 Grad Celsius aus. Wie groß die Erderwärmung tatsächlich sein wird, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Treibhausgase in Zukunft ausgestoßen werden.

Die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen eines fortschreitenden Klimawandels für den Menschen – gerade in Entwicklungsländern – sind gravierend: Durch Wetterextreme wie Dürren oder Fluten entstehen Ernteausfälle, die zu Hunger und Unterernährung führen. Gesundheitliche Belastungen durch Hitzestress und Infektionskrankheiten werden zunehmen. Der steigende Meeresspiegel bedroht ganze Staaten. Einige Experten fürchten sogar “Klimakriege”, wenn Konflikte um Ackerland und Wasser eskalieren. 

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Was ist gegen den Klimawandel zu tun?

Um die Grenze von maximal 2 Grad Celsius Erwärmung einzuhalten, muss die Menschheit den Anstieg der jährlichen globalen Treibhausgas-Emissionen spätestens im Zeitraum 2015 bis 2020 stoppen und anschließend ohne Verzögerung um jährlich mindestens 5 Prozent senken. Bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts dürfen die jährlichen globalen Emissionen höchstens die Hälfte der Emissionen des Jahres 1990 betragen. Es gibt daher schon heute dringenden Handlungsbedarf: Dieses Reduktionsziel kann nur erreicht werden durch intensives Energiesparen, Effizienzsteigerungen in allen Bereichen und die Umstellung der Energieversorgung auf regenerative Energien. Einen Beitrag kann aber auch der CO2-Ausgleich leisten, insbesondere in Bereichen, wo Alternativen bislang fehlen – wie im Bereich der Mobilität, die in Deutschland für 20 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich ist. 

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Warum ist beim Klimaschutz Eigeninitiative gefragt?

Die von Menschen verursachten CO2-Emissionen steigen seit Jahren unaufhaltsam an und damit auch die CO2-Konzentration in der Luft. Gleichzeitig schwindet die Hoffnung, dass auf politischer Ebene eine Lösung für das Problem gefunden wird. Nur ein bindendes, internationales Abkommen, in dem der weltweite CO2-Ausstoß insgesamt begrenzt wird, kann hier wirklich etwas erreichen. Danach sieht es derzeit nicht aus. Jeder Einzelne ist daher gefragt, seinen Beitrag zur Lösung des Problems zu leisten. 

Das Kyoto-Protokoll – das bislang einzige internationale Instrument zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes – in dem sich 37 Staaten zu konkreten CO2-Reduktionszielen bis 2012 verpflichtet haben, geht in eine sehr gute Richtung. Die sich verpflichtenden Vertragsstaaten verursachen aber nur knapp 30 Prozent der weltweiten Treibhausgase. Es ist zudem nicht gesichert, ob es ein Anschlussabkommen nach 2012 geben wird. Die nationalen Eigeninteressen stehen einem bindenden, internationalen Abkommen, in denen sich auch die größten Emittenten verbindlich verpflichten, weiter im Wege.

Um so wichtiger ist es, dass wir Eigeninitiative ergreifen und jeder Einzelne seinen Beitrag leistet. Gerade auch Unternehmen können – und haben teilweise auch schon damit begonnen – positive Veränderungen in der Gesellschaft bewirken.